Die Geschichte -
alte Tradition modern verwaltet

Als Pfarrpfründe bezeichnet man das mit einem Kirchenamt verbundene Vermögen, dessen Ertrag dem Inhaber des Amtes als Entgelt seiner Dienstleistung zusteht. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen („praebenda“ = Darzureichendes) und benennt sowohl die Besitzung als auch den daraus zu erzielenden Unterhalt.

Pfarrpfründen hatten und haben die Aufgabe, den Lebensunterhalt von Geistlichen zu sichern. Früher bestellten Pfarrer und Kapläne das Land selbst oder verpachteten es und lebten von den Pachtzinsen. Ein direktes Gehalt gab es nicht. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erhielten die Geistlichen zumindest einen Teil ihres Entgelts aus der Allgemeinen Katholischen Kirchensteuerkasse. Im Laufe des 20. Jahrhunderts ging man schrittweise dazu über, die Besoldung der Geistlichen aus Kirchensteuermitteln zu bestreiten.

Von alters her bestanden in der Erzdiözese in vielen Dörfern und Städten Pfarr- und Kaplaneipfründe. Ende 2001 gab es in der Erzdiözese Freiburg 1.136 Pfarrpfründen. Bei dem Pfründevermögen handelt es sich in erster Linie um unbebaute Liegenschaften aller Art, Landwirtschaftsflächen, Waldparzellen, Wohn- und Gewerbegrundstücke. Jeder Pfarrer war Verwalter und gesetzlicher Vertreter der zu seiner Gemeinde gehörenden Pfarrpfründe. Eine Aufgabe, die er neben seiner pastoralen Tätigkeit ausübte und für die er sich oft erst das entsprechende (juristische) Wissen und auch politisches Einfühlungsvermögen aneignen musste. Die Beschäftigung mit der Verwaltung ging zeitweise zu Lasten der seelsorgerischen Arbeit der Gemeinde.  

Gründung einer zentralen Stiftung

Erst eine umfassende rechtliche Neuregelung konnte dabei Abhilfe schaffen. Zum 1. Januar 2002 wurde die Pfarrpfründestiftung gegründet. Mit der Errichtung der Stiftung wurden gleichzeitig die örtlichen Pfarrpfründen aufgelöst und ihr gesamtes Vermögen in die Stiftung eingebracht. Vorangegangen waren lange, intensive Beratungen in verschiedenen Gremien der Erzdiözese. Nach Zustimmung des Priesterrates und des Domkapitels gab Erzbischof Dr. Oskar Saier Ende 2001 den Startschuss für die neue Pfarrpfründestiftung – eine Entlastung für die Pfarrer, die sich nun verstärkt ihren pastoralen Aufgaben in der Gemeinde widmen können. Heute werden die Pfründen professionell, effizient, da zentral von Juristen, Wirtschafts-, Verwaltungs- und Immobilienfachleuten verwaltet. Über die Verwirklichung des Stiftungszwecks und den Erhalt des Vermögens wacht der Stiftungsrat.

 

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