Braucht die Stadt noch Kirchen?

Online-Tagung der Katholischen Akademie Freiburg zu Kirchenraum in neuen Stadtteilen

Immer weniger Menschen haben einen Bezug zum Christentum. Vielerorts stehen Kirchen beider christlicher Konfessionen leer. Braucht es da in neuen Stadtteilen überhaupt noch Kirchen? Dieser Frage stellte sich die Katholische Akademie in Freiburg im Rahmen einer Online-Tagung unter dem Motto „Kirchen(raum) in pluralen Stadtgesellschaften“. Für alle Referenten der Tagung war klar: Es braucht – vor allem in neuen Stadtteilen – einen neuen Kirchentypus.

In der städtischen Gesellschaft verändert sich die Wahrnehmung und Nutzung von Kirchengebäuden. Wie soll die Institution Kirche damit umgehen? Drei renommierte Fachreferenten beleuchteten die historische, soziologische und ästhetische Perspektive kirchlicher Baukunst. Sie verwiesen auf die gestiegene Zahl von Bauprojekten, die sich an einer inklusiven Bauweise orientieren und soziales Wohnen, sakralen Raum und öffentliche Nutzung in einem Gebäude zusammenfassen. Die Referenten plädierten für einen neuen Typus des Kirchenbaus, der religiöse, ästhetische und soziale Erfahrungen verbindet und diese für Menschen sichtbar und erlebbar macht. Einig waren sich alle: Es braucht vor allem in neuen Stadtteilen auch neue Kirchen. Denn sie helfen, die Stadtgesellschaft in der neuen Umgebung aufzubauen und an der Integration von Menschen mitzuwirken.

Der städtische Projektleiter für den neuen Freiburger Stadtteil Dietenbach unterstützte diese Sichtweise. Dietenbach könne, so seine Meinung, ohne das Engagement der Kirchen nicht in dem Maße gelingen, wie man es sich wünsche. Die Stadt brauche die Kirche als wichtige Akteurin für den Aufbau neuer sozialer Strukturen.

Mit Michael N. Ebertz, Professor für Religionssoziologie an der Katholischen Hochschule Freiburg, Johannes Stückelberger, Professor der Kunstgeschichte an der Universität Bern, Thomas Erne, Professor für Praktische Theologie am EKD-Kirchbau-Institut in Marbach, und Professor Rüdiger Engel, städtischer Planer und Leiter der Projektgruppe Dietenbach der Stadt Freiburg, hatte die Katholische Akademie hochrangige Referenten für die Online-Tagung gewonnen.

Die Erzbischof Hermann Stiftung förderte die Online-Tagung der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg.


Bildquelle: Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg, Bildarchiv, Aufnahme: Christoph Hoppe

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