Frühere Pfarrscheune als Pfarr- und Gemeindehaus

Wo einst Getreidesäcke und Kartoffeln, Hühner, Eier oder Schmalz als Zehntsteuer abgegeben wurden, steht in Zell im Wiesental heute das Pfarrhaus. Der erste Bau an dieser Stelle entstand schon 1599. Er wurde damals als Pfarrhof bezeichnet, weil er auch große Bedeutung für die Landwirtschaft hatte und als Abgabeort der Zehntsteuer diente. Die Säckinger Äbtissin Maria Regina von Ostein ersetzte den alten Pfarrhof 1716 durch einen Neubau mit doppeltem Stall. Ihr in Sandstein gehauenes Wappen mit der Jahreszahl 1716 befindet sich noch heute an der Westwand des Pfarrhauses. Der große Stadtbrand 1818 zerstörte den Pfarrhof, er wurde ein Jahr später am alten Platz, aber erweitert wieder aufgebaut. Dieser Bau hielt bis 1964, dann aber gab man die Ökonomieteile des Gebäudes auf und es entstand stattdessen ein Pfarrsaal für die Gemeinde. Schon 14 Jahre später war der Saal zu klein und ein größerer wurde im alten Pfarrgarten gebaut. Das alte Pfarrhaus verfiel mehr und mehr.

Seit 2019 wurde das Gebäude aufwendig kernsaniert und seine zwei Geschosse den neuesten Ansprüchen an ein modernes Pfarrhaus angepasst. Es entstanden eine neue Pfarrerwohnung sowie Gemeinderäume und ein Pfarrbüro, alles nach Maßgabe des Denkmalschutzes. 

Der Breisgauer Katholische Religionsfonds förderte die umfangreichen Sanierungen der Seelsorgeeinheit Zell im Wiesental.

Thomas Dix Foto-Design, Grenzach-Wyhlen

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