Mutter auf Probe durch „Baby-Bedenkzeit“

Was heißt es wirklich, sich rund um die Uhr um ein Baby zu kümmern? Das konnten im März 2019 fünf Mädchen der achten Klasse einer Mannheimer Schule mit Hilfe von Computer-Babys testen ...

Beim Projekt „Baby-Bedenkzeit“ vermitteln computergesteuerte Simulatoren recht realistische Anforderungen wie Windeln wechseln, regelmäßig füttern und Zuwendung geben. Die Mädchen mussten sich drei Tage und zwei Nächte lang um die mit tatsächlichen Tagesabläufen von realen Säuglingen programmierten Babysimulatoren kümmern. Wie gut und verantwortungsbewusst sie dabei waren, zeichnete der Computer minutengenau auf. 

Die Schwangeren- und Familienberatungsstelle des Sozialdiensts katholischer Frauen Mannheim e.V. bietet das Projekt „Baby-Bedenkzeit“ in regelmäßigen Abständen in Zusammenarbeit mit einer Hebamme an. Es will Jugendliche für eine geplante und verantwortungsvolle Elternschaft sensibilisieren, damit Teenager und junge Erwachsene nicht aus persönlicher Perspektivlosigkeit oder rosarotem Wunschdenken schwanger werden. 

Besonders die Nächte fanden die 14 - und 15 -jährigen Mädchen sehr anstrengend. Morgens konnten sie berichten, wie es ist, Mutter zu sein. Verantwortung zu übernehmen, für jemanden da zu sein, empfanden die jugendlichen Teilnehmerinnen zwar als positiv. Trotzdem freuten sie sich, ihre Zeit nach dem Projekt wieder selbstbestimmter gestalten zu können. Ihnen wurde deutlich, dass sie noch zu jung für ein eigenes Kind sind und Schulabschluss und Berufsausbildung für sie zunächst im Vordergrund stehen. 

Ziel der betreuenden Diplom- Sozialpädagoginnen war es, eine Diskussion über das Kinderkriegen anzuregen. Auch Ernährung, Pflege und Umgang mit dem Baby sowie Alkohol und Rauchen in der Schwangerschaft waren Inhalte des Projekts.

Das Projekt „Baby-Bedenkzeit“ des Sozialdiensts katholischer Frauen Mannheim e.V. wird von der Maria-Würth Stiftung gefördert und findet 4 bis 5 Mal im Jahr statt.

Ich möchte stiften!