Vor dem Verfall bewahrt

Denkmalgeschützte Marienkapelle in Hettingen mit viel Engagement saniert

Die Marienkapelle in Hettingen ist ein Kleinod. Sie wurde 1570 erbaut und im 18. Jahrhundert barock umgestaltet. Seitdem ziert der Chorraum eine Bemalung, die mit den Mitteln der Scheinarchitektur einen Altaraufbau darstellt. Außerdem befindet sich in der Kapelle eine Muttergottes aus dem 15. Jahrhunderts und ein kleines Orgelpositiv mit vier Registern, das im Kern aus der Barockzeit stammt. Nun aber waren umfangreiche Sanierungsarbeiten am Dach und an der Außenfassade der denkmalgeschützten Kapelle im Landkreis Sigmaringen notwendig. Denn der Zustand des kunsthistorischen Kleinods war äußerst desolat: Morsches Dachgebälk, Risse in Wänden und Decke, die die Stabilität des Gebäudes gefährdeten, sowie Schäden durch Holzwürmer und Pilze im Inneren der Kapelle. Zuletzt musste die Kapelle wegen ihres undichten Daches geschlossen werden.  

Der örtlichen Kirchengemeinde der mit 1.797 Einwohnerinnen und Einwohnern kleinsten Stadt Baden-Württembergs ist sehr am Erhalt ihrer Kapelle gelegen. Daher gründete sie einen Förderverein, um die nötigen finanziellen Mittel für die Renovierung aufzutreiben. Insgesamt muss die Kirchengemeinde ein Drittel der hohen sechsstelligen Kosten für die Sanierung der denkmalgeschützten Kapelle selbst finanzieren. Mit großer Kreativität und hohem Engagement organisierte der Förderverein Veranstaltungen, deren Reinerlös in die Sanierung der Kapelle flossen. Hiermit sowie den kleinen und großen Spenden von Bürgerinnen und Bürgern sowie dem lokalen Gewerbe engagieren sich viele für den Erhalt der Marienkapelle. Nachdem ausreichend Mittel für den ersten Bauabschnitt zusammengekommen waren, konnten das Dach und die Außenfassade saniert werden. Im Herbst 2020 wurden die Arbeiten, die in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt liefen, erfolgreich abgeschlossen.

Den ersten Bauabschnitt förderte die Erzbischof-Bernhard-Stiftung mit 30.000 Euro.

 

Foto: Hermann Lieb

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