Bruno Schley – Freiburger Maler und Grafiker

Seine Bilder und Grafiken sind eine echte Entdeckung für Freiburg ...

Denn wenn überhaupt, dann war von Bruno Schley bislang nur seine Werbegrafik bekannt. Der gebürtige Rastätter kam 1914 nach Freiburg, machte beim Verlag Poppen & Ortmann eine drucktechnische Ausbildung und verdiente dann dort als Werbegrafiker seinen Lebensunterhalt. Er kreierte für zahlreiche Freiburger Unternehmen Werbeanzeigen. Bis jetzt relativ unbekannt war, dass Schley gleichzeitig auch ein umfangreiches grafisches und malerisches Werk schuf. Anlässlich des 900-jährigen Stadtjubiläums erinnert vom 13. März bis 26. Juni 2020 die Ausstellung „Bruno Schley – Blicke eines Unbekannten auf Münster und Stadt – Freiburg 1912 -1967“ im Karl-Rahner-Haus an Bruno Schley. Sie basiert auf dem Nachlass des Künstlers, den sein Sohn Martin Schley zur Verfügung gestellt hat.

Mit Bleistift, Kreide und Pinsel streifte Schley immer wieder durch Freiburg und Umgebung. In den ersten Jahren widmete er sich mit seinen präzisen Grafiken und farblich harmonischen Bildern dem Zentrum rund um das Münster sowie verschiedenen Stadtteilen. Dabei hat er viele Blicke auf Gassen und Häuser vor den Zerstörungen durch den zweiten Weltkrieg mit dokumentarischer Genauigkeit festgehalten. Der souveräne Umgang mit Licht und Schatten sowie eine fotografisch genauer Proportionierung der Bildgegenstände charakterisieren seine Werke. Er erprobte Skizzenhaftes, Malerisches und Lineares, um wichtige Orte in der Stadt, vor allem rund um das Münster aber auch im Inneren festzuhalten. Zum 800-jährigen Jubiläum der Stadt Freiburg veröffentlichte Schley 1920 ein Buch mit 36 farbigen Miniaturen.

Dass er in den letzten Kriegstagen 1945 im eigenen Haus verschüttet und wunderbarerweise aus dem Schutzkeller gerettet wurde, intensivierte seinen katholischen Glauben. Diese existenzielle Konfrontation mit dem Tod verändert seinen Blick auf die Welt. Schleys Bilder und Grafiken waren seither geprägt von Tod, Leid und Angst vor der Vernichtung. In den 1950er und -60er Jahren spiegelten seine Bilder viele Gegenwartsthemen wie eine drohende atomare Vernichtung bis hin zum Aufbruch in den Weltraum wider. Es entstanden ganze Serien von Bildmeditationen mit fast unkörperlichen Figuren oder abstrakten Abbildungen bis hin zu Trauerbildern in Zeiten des Vietnamkriegs. Auch bezog er in seine Malerei Ansätze moderner Kunst bis hin zum Actionpainting Jackson Pollocks mit ein. Er beobachtete detailgenau die Kriegsopfer, die Welt der Krankenhäuser oder die beruflichen Welten der Juristen, Kleriker, der Politiker und der Universität bis hin zu den Bauarbeitern. Auch hielt er auf seinem Block viele Vorträge, Konzerte und Feierlichkeiten in der Stadt fest.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, dessen Abbildungen die Zahl der Exponate in der Ausstellung deutlich übersteigt. Damit bleibt ein detailliertes Bild von Bruno Schleys Gesamtwerk über die Ausstellung hinaus erhalten. Die Erzbischof Hermann Stiftung fördert den Ausstellungskatalog aus dem Mondo-Verlag mit 340 Abbildungen und Aufsätzen von Antje Lechleiter, Maria Jakobs, Hans Dieter Fronz, Uli Führe und Jan Blaß.

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